Dezember Buchtipp

Denis Thériault: Siebzehn Silben Ewigkeit

Denis Thériault
Siebzehn Silben Ewigkeit
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN 3423247436
EAN 9783423247436

Bilodo, ein Postbote aus Montreal, scheint ein zuverlässiger, unauffälliger und fleißiger Mensch zu sein, der immer pünktlich seine Runden dreht. Keiner weiß jedoch, dass er nach seiner täglichen Arbeit abends bei Kerzenschein fremde, handgeschriebene Briefe liest und sich in das Leben anderer Menschen träumt, bevor er die Briefe am nächsten Tag wieder an die Adressaten austrägt. Auch die Briefe von Ségolène, die eine romantische, exotische Brieffreundschaft mit einem Herren aus Bilodos Zustellbezirk führt, liest der Briefträger. Jeden Abend erfreut er sich an ihren Nachrichten, die sich in siebzehnsilbigen, japanischen Gedichten, den sogenannten Haikus verstecken und die er leidenschaftlich interpretiert. Seine Liebe zu Ségolène beginnt, als plötzlich ihr Brieffreund stirbt und Bilodo versucht in dessen Identität zu schlüpfen, und diesen zu ersetzen.

Zu Recht im Jahr 2006 mit dem Literaturpreis Kanadas ausgezeichnet, verzaubert Denis Thériault jeden nachdenklichen Leser mit einer reizvollen Geschichte, den Fragen über die menschliche Moral, den ewigen Kreislauf des Lebens und auch des Schicksals. Schnell fasziniert der Autor mit der erfrischend dargestellten asiatischen Poesie, die viel Platz für eigene Gedanken lässt und darum zum Weiterlesen motiviert. Nach kurzer Zeit findet man sich auf der letzten Seite des Buches wieder und ist traurig, dass es leider schon vorbei ist. 

Fabia-Ines Dabek