Do van Ranst
Rabenhaar
Carlsen Verlag
ISBN 3-551-55446-3
Acht Freunde (vier Mädchen und vier Jungen) treffen sich seit einigen Jahren in der alten Scheune von Victors Familie und denken sich gemeinsam Phantasiespiele aus. Mal wird die Scheune zu einem großen Einkaufszentrum, ein anderes Mal bauen sie etwas aus Kisten. Bereits zu Beginn der Geschichte wird jedoch deutlich, dass die Zeit der Scheunenspiele vorbei ist. Die acht Freunde kommen bald in die Oberschule und sind dabei, ihre Kindheit hinter sich zu lassen. Die Idee für ihr letztes großes Spiel kommt ausgerechnet von Rabenhaar, einem Mädchen mir marokkanischen Eltern, das wegen ihrer langen schwarzen Haare nur noch bei diesem Spitznamen genannt wird. Sie will eine Hochzeit feiern. Im Raum steht, dass sie, wie schon ihre älteren Schwestern irgendwann von ihrem Vater verheiratet wird. Wenigstens im Spiel möchte sie sich den Bräutigam selber aussuchen. Die Wahl fällt auf Bram, der schon seit längerem in sie verliebt ist. Bei den aufgeregten Vorbereitungen für dieses Spiel wird in Rückblenden von früheren Spielen erzählt, vor allem von einem, dem Filmedrehen, das Rabenhaars aufgebrachter Vater abrupt beendet hat. Sehr einfühlsam thematisiert der belgische Autor Do van Ranst kulturelle Unterschiede und führt die jungen Leser behutsam an die Themen Verliebtsein, Liebe und Heirat heran. Auch der Zwischenzustand aus Kindsein und bald Erwachsenwerden wird dank seines eindringlichen Tonfalls nachvollziehbar gemacht.
Das Buch ist für junge Leser ab 12 geeignet.
Karin Alberti